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Ökumenischer Advent mit Totengedenken für Willi Angel Indien-Spende und Weihnachtskrippenausstellung

Vierzig Altstadtfreunde nahmen am Ökumenischen Advent am Mittwoch vor dem 1. Adventssonntag auf dem Wendelinushof teil. In der Hofkapelle hieß das Meditationsthema „Unser tägliches Brot gib uns heute“.

P. Thomas Motzko SVD ordnete die 4. Vaterunser-Bitte der Darstellung des Evangelisten Matthäus zu, legte exegetisch Wert auf die Vorbilder im Alten Testament und gab mehrere meditative Anstöße. StD i.R. Friedbert Weber ging auf den einmaligen griechischen Begriff „epiousios“ im Urtext ein und deute ihn als Brot für heute bzw. für morgen und als eucharistisches Brot (nach Benedikt XVI.). Die ev. Kirche sammele seit 60 Jahren „Brot für die Welt“. Ralf Gallinger (80) trug über den Advent als Zeit der Erwartung auf die Menschwerdung Gottes einen Text von Henry Nouven sowie ein Gedicht von Maria Otto. Alle Teilnehmer sangen zwei Adventslieder und spendeten zum Schluss für die Indienhilfe des Altstadtfreundes Toni Leismann 416 Euro.

Zu Beginn der knapp einstündigen Adventsfeier widmete Gründungsvorsitzender Gerd Weber dem zur selben Stunde beerdigten Mitgründer Willi Angel (87) ein würdiges Totengedenken. Dabei skizzierte er dessen Lebensschicksal und hob dessen Leistungen für seine fünfköpfige Familie, sein deutsches Vaterland, seine Heimatstadt und den Heimatverein hervor. Der beinamputierte Panzerartillerist betrieb nach der Rückkehr aus russischer Gefangenschaft im Elternhaus am Fruchtmarkt ein Anstreicher- geschäft und arbeitete nach dessen Aufgabe noch bis 80 Jahre bei einer Saarbrücker Firma. Der Mitbegründer der CDU Saar von 1952, eifriger Verfechter des NEIN bei der Saarabstimmung 1955 und 1958, Ortsvorsitzender der CDU, gehörte dem Stadtrat von 1974-1978 an, gewählt über die Freie Wählergemeinschaft. Als Anfang der 1970-er Jahre die Altstadt durch städtische Planungen bedroht war, war am 31.3.1973 Willi Angel Mitbegründer der Altstadtfreunde. Nach mühevoller Kleinarbeit gab er 1996 das Buch „De Owerstädter vazählt“ (270 Seiten, 150 Bilder) mit Alltagsgeschichten in Mundart von Arthur Liell heraus. Nicht zuletzt dadurch sicherte sich der Ur-St. Wendeler, der vielen Menschen Freund war, die Wertschätzung der Nachwelt.

102_3151 Hofkapelle Ökumenischer Advent 2008 homepage

Ökumenische Meditationsandacht in der Hofkapelle des Missionshauses

Nach Kaffee und Gewürzkuchen in der Hofgaststätte, wo sich zufällig auch die Beerdigungsgesellschaft Angel einfand, besuchten die Altstadtfreunde die große Weihnachtskrippenausstellung im Missionshaus. Krippenbaumeister Karl Heindl gab ihnen eine Sonderführung unter Hervorhebung der seit dem Vorjahr neuen Sammlungsstücke und Krippenbauten. Es wurde zu einer adventlichen Einstimmung auf Weihnachten.

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